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Ladeflatrate fürs E-Auto: Gibt es das?
Kurz gesagt: Eine bundesweite Ladeflatrate, also ein fester Betrag für beliebig viele Kilowattstunden an öffentlichen Säulen, den jeder buchen kann, haben wir im Oktober 2026 nicht gefunden. Das bekannteste Angebot, die Flatrate von JUCR, startete 2021 und war im Frühjahr 2022 schon wieder eingestellt. Daneben gibt oder gab es kleine regionale Angebote. Bundesweit bleiben Tarife mit Grundgebühr und günstigerem kWh-Preis und Pakete mit festem kWh-Volumen.
Der Wunsch ist verständlich. Beim Handy zahlst du seit Jahren einen festen Betrag und denkst nicht mehr über einzelne Minuten nach. Beim Laden dagegen hängt der Preis an der Säule, am Betreiber und an der Karte, mit der du bezahlst. Hier steht, was aus den Flatrates geworden ist, warum es sie kaum gibt und welche Tarife einem festen Betrag am nächsten kommen.
Was es statt einer Flatrate gibt
Fünf Modelle, von denen nur eines eine echte Flatrate war:
| Modell | Was du zahlst | Wo die Grenze liegt |
|---|---|---|
| Echte FlatrateBundesweit: JUCR, 2021 bis 2022. Regional: ELE stromFlat Mobil | Einen festen Betrag, beliebig viele kWh | Bundesweit für alle kein Angebot gefunden, regional nur mit Wohnort- oder Vertragsbedingung |
| Kostenloses SuperchargingTesla | Nichts je kWh, Gebühren wie Überlastungsgebühren bleiben | Nur dazu berechtigte Teslas, nur an Tesla-eigenen Standorten, Gutschriften laufen ab |
| Grundgebühr plus kWh-PreisElli Premium: 17,99 €/Monat, AC 0,50 €/kWh, DC 0,69 €/kWh | Eine monatliche Gebühr und jede kWh | Keine kWh inklusive, nur ein Rabatt je kWh |
| Paket mit kWh-Volumenvoltflat: 75, 150 oder 250 kWh, ab 34,99 €/Monat | Einen festen Grundpreis mit Inklusiv-kWh, darüber feste kWh-Preise | Ungenutztes Volumen verfällt |
| Ohne GrundgebührElli Base: 0,00 €/Monat | Jede kWh zum Preis des Tarifs | Preis wechselt mit dem Betreiber |
Preise laut Elli und voltflat, Stand Oktober 2026. JUCR laut electrive.net, ELE laut GoingElectric-Wiki (Stand November 2025), Tesla laut Tesla-Hilfeseiten (Stand April 2026).
Gibt es eine echte Ladeflatrate?
Bundesweit und für jeden buchbar: nein. Eine echte Flatrate hieße: ein fester Betrag, beliebig viele kWh, an AC- und DC-Säulen, auch bei fremden Betreibern. So ein Angebot für ganz Deutschland haben wir im Oktober 2026 nicht gefunden.
Regional gibt oder gab es kleine Angebote. Die Liste der Ladeflatrates im Wiki von GoingElectric führte im November 2025 zum Beispiel die „ELE stromFlat Mobil“. Sie kostete 180 € im Jahr für AC- und DC-Säulen im innogy eRoaming. Buchen konnte sie nur, wer in Gelsenkirchen, Gladbeck oder Bottrop wohnt oder einen Hausstromvertrag von ELE hat. Ob es das Angebot heute noch so gibt, konnten wir nicht prüfen: Die Seite von ELE war für uns nicht abrufbar.
Vorsicht bei Listen mit den „besten Lade-Flatrates“: Viele sind Jahre alt und nennen Angebote, die es so nicht mehr gibt. Wenn ein Tarif Flatrate heißt, lohnt ein Blick ins Kleingedruckte. Bei den früheren Angeboten in der GoingElectric-Liste steckte oft eine kWh-Grenze, eine Region oder eine Beschränkung auf AC-Säulen dahinter.
Was aus den Flatrates von JUCR und elvah wurde
JUCR startete 2021 mit einer Lade-Flatrate in drei Paketen: nur AC, nur DC an der Autobahn und ein Komplettpaket. Laut electrive.net kündigte JUCR schon nach weniger als drei Monaten besonders teure Vielnutzer. Wer hochgerechnet mehr als 30.000 km im Jahr fuhr, galt als „nicht vertragskonform“. Im Frühjahr 2022 war die Flatrate Geschichte, an ihre Stelle traten Volumenpakete und ab November 2023 normale kWh-Tarife. Im Februar 2025 meldete JUCR Insolvenz an. Die Flatrate war nach electrive.net wegen steigender Roaming-Preise und vieler Vielnutzer nie profitabel.
elvah startete im März 2021 ebenfalls eine bundesweite Lade-Flatrate. Im Februar 2022 stellte elvah auf Prepaid-Pakete mit festem kWh-Volumen um. Danach folgten zwei Insolvenzen, 2023 und 2026, und im Juli 2026 übernahm Chargecloud Teile der Produktlinie (alles laut electrive.net).
Warum Laden keine Handy-Flatrate wird
Ein Ladetarif-Anbieter ohne eigene Säulen kauft jede Kilowattstunde beim Betreiber der Säule ein, Stück für Stück. Lädt sein Kunde an einer fremden Säule, zahlt er dort den Roaming-Preis, den der Betreiber festlegt. Eine Pauschale verkauft also etwas, dessen Einkauf mit jeder kWh mitwächst.
Dazu kommt, dass der Bedarf weit auseinanderliegt. Wer zu Hause eine Wallbox hat, lädt öffentlich vielleicht ein paarmal im Monat. Wer täglich an der Autobahn unterwegs ist, braucht ein Vielfaches. Ein Festpreis für alle muss den Vielfahrer mittragen, und dann ist er für alle anderen zu teuer. Steigende Roaming-Preise und Vielnutzer sind genau die beiden Gründe, die electrive.net für JUCR nennt.
Und Tesla? Kostenloses Supercharging ist kein Tarif
„Tesla Ladeflatrate“ meint meist das kostenlose Supercharging, das an manche Teslas gebunden ist. Auf seinen Hilfeseiten (Stand April 2026) beschreibt Tesla es so: Es gilt nur für dazu berechtigte Fahrzeuge und nur an Supercharger-Standorten, die Tesla gehören. Gebühren rund ums Supercharging, etwa Überlastungsgebühren, fallen trotzdem an. Gutschriften für kostenloses Supercharging haben ein Ablaufdatum, danach gelten die normalen Preise.
Für alle anderen gilt: Jeder Ladevorgang am Supercharger kostet. Die Supercharging-Mitgliedschaft senkt den kWh-Preis an ausgewählten Standorten, sie macht das Laden aber nicht pauschal. Für Vielfahrer, die fast nur an der Autobahn laden, ist Tesla trotzdem stark: In unserem Ladekarten-Vergleich ist Tesla mit 85,99 € für 200 kWh nur an Schnellladern das günstigste Angebot der Tabelle.
Was einem festen Betrag am nächsten kommt
Wer vor allem planbare Kosten will, hat zwei Wege. Beide sind keine Flatrate, aber einer davon kommt der Idee nahe.
Grundgebühr plus günstigerer kWh-Preis
Das ist das häufigste Modell. Du zahlst eine Monatsgebühr und bekommst dafür einen niedrigeren Preis je kWh. Elli etwa bietet laut eigener Seite vier Tarife von 0,00 € bis 17,99 € im Monat, monatlich kündbar. Im Premium-Tarif kostet AC 0,50 €/kWh und DC 0,69 €/kWh (Stand Oktober 2026). Fest ist hier nur die Gebühr. Was du im Monat zahlst, hängt weiter davon ab, wie viel du lädst.
Ein Paket mit festem kWh-Volumen
Das Prinzip kennst du vom Prepaid-Handy mit Datenvolumen: Ein fester Betrag deckt eine feste Menge, und erst darüber wird einzeln abgerechnet. Übertragen aufs Laden heißt das: Du zahlst einen Grundpreis und hast dafür eine bestimmte Zahl an kWh, an jeder angebundenen Säule.
In eigener Sache, damit du es einordnen kannst: voltflat ist genau so ein Paket, und wir verkaufen es. voltflat ist keine Flatrate. Es gibt drei Tarife mit 75, 150 oder 250 kWh Paketvolumen je Abrechnungszeitraum, ab 34,99 €/Monat. Im Paket kosten AC und DC dasselbe. Darüber zahlst du 0,65 €/kWh an AC-Säulen und 0,79 €/kWh an Schnellladern (DC), in allen Tarifen gleich. Eine Startgebühr pro Ladevorgang und Roaming-Aufschläge gibt es nicht, und der Preis ist an jeder angebundenen Säule derselbe. Wie die drei Tarife aussehen, steht auf unserer Startseite.
Ein fester Grundpreis mit Paketvolumen.
Drei Tarife mit 75, 150 oder 250 kWh Paketvolumen, ab 34,99 €/Monat, AC wie DC im Paket zum selben Preis, derselbe Preis an jeder angebundenen Säule, ohne Roaming-Aufschlag. Du weißt vorher, was Laden kostet.
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Für wen sich ein Paket lohnt und für wen nicht
Ein Paket rechnet sich, wenn du ungefähr weißt, wie viel du öffentlich lädst, und diese Menge auch nutzt. Dann weißt du vorher, was Laden kostet, an jeder angebundenen Säule.
Und wo ein Paket verliert. Ungenutztes Paketvolumen verfällt am Ende des Abrechnungszeitraums, es wird weder übertragen noch erstattet. Wer meist zu Hause lädt und nur selten an eine öffentliche Säule muss, zahlt dann für kWh, die er nicht braucht. Mit einem Tarif ohne Grundgebühr fährt er besser. Wer sein Paket überschreitet, zahlt die Mehrmenge einzeln. Der Ladekarten-Vergleich rechnet mit 200 kWh im Monat, davon 70 % an AC-Säulen und 30 % an Schnellladern. Dann kostet unser Tarif M mit Überschreitung 99,59 € (64,99 € + 34,60 €). Lädst du die 200 kWh nur an Schnellladern, sind es 104,49 €. Wer fast nur an der Autobahn lädt, fährt laut demselben Vergleich mit Tesla günstiger, und wer alles im EnBW-Netz lädt, mit EnBW mobility+ L.
Zwei Einschränkungen, die dazugehören: voltflat startet nicht flächendeckend. Welche Säulen du nutzen kannst, zeigt die App. Und die Mindestlaufzeit beträgt 12 Monate, danach kannst du zum Ende jedes Abrechnungszeitraums kündigen. Welches Paket zu deinem Verbrauch passt, rechnet der Tarifrechner auf der Startseite aus.
Häufige Fragen zur Ladeflatrate
Gibt es eine echte Ladeflatrate fürs E-Auto?
Bundesweit und für jeden buchbar haben wir im Oktober 2026 keine gefunden. JUCR hat seine Flatrate von 2021 im Frühjahr 2022 eingestellt, elvah ist im Februar 2022 auf Prepaid-Pakete umgestiegen. Regional gibt oder gab es kleine Angebote, nur mit Wohnort- oder Vertragsbedingung. Bundesweit bleiben Tarife mit Grundgebühr und günstigerem kWh-Preis und Pakete mit festem kWh-Volumen.
Hat Tesla eine Ladeflatrate?
Nein. Kostenloses Supercharging gilt laut Tesla nur für dazu berechtigte Fahrzeuge und nur an Tesla-eigenen Standorten, Gebühren wie Überlastungsgebühren fallen trotzdem an. Für alle anderen kostet jeder Ladevorgang. Die Supercharging-Mitgliedschaft senkt den Preis je kWh an ausgewählten Standorten, eine Pauschale ist sie nicht.
Ist voltflat eine Flatrate?
Nein. voltflat ist ein Paket: Du zahlst einen festen Grundpreis und hast dafür 75, 150 oder 250 kWh Paketvolumen je Abrechnungszeitraum. Darüber kostet jede kWh 0,65 € an AC-Säulen und 0,79 € an Schnellladern.
Was passiert mit kWh, die ich im Paket nicht lade?
Sie verfallen am Ende des Abrechnungszeitraums und werden weder übertragen noch erstattet. Deshalb lohnt es sich, das Paket nach dem eigenen Verbrauch zu wählen. Der Tarifrechner auf unserer Startseite hilft dabei.
Lohnt sich eine Grundgebühr, wenn ich selten öffentlich lade?
Meist nicht. Wer fast immer zu Hause lädt, zahlt mit einer Grundgebühr für einen Rabatt oder ein Volumen, das er kaum nutzt. Ein Tarif ohne Grundgebühr ist dann die bessere Wahl. Eine Gebühr oder ein Paket rechnet sich erst, wenn du regelmäßig öffentlich lädst.
Fazit
Die Ladeflatrate ist eine schöne Idee, die am Einkauf scheitert: Jede kWh an einer fremden Säule kostet den Anbieter Geld, und Vielfahrer machen eine Pauschale für alle anderen teuer. JUCR hat seine Flatrate laut electrive.net nach rund einem halben Jahr eingestellt.
Wer einen festen Betrag will, kommt mit einem Paket am nächsten heran, solange die Paketgröße zum eigenen Verbrauch passt. Wer wenig öffentlich lädt, nimmt einen Tarif ohne Grundgebühr. Welche Tarife es gibt und was sie bei 200 kWh kosten, zeigt der Ladekarten-Vergleich.
Weiterlesen: Ladekarten-Vergleich 2026 und Was kostet eine kWh an der Ladesäule?
Stand Oktober 2026, die Tesla-Angaben Stand April 2026, die ELE-Angaben Stand November 2025. Quellen u. a.: electrive.net (JUCR, 14.11.2023 und 25.02.2025; elvah, 23.02.2022 und Meldungen bis Juli 2026), Hilfeseiten von Tesla zum Supercharging (archivierte Fassung, live nicht abrufbar), Tarifseite von Elli (abgerufen am 21.10.2026), GoingElectric-Wiki „Ladeflatrates“ (archivierte Fassung vom 30.11.2025). Preise ändern sich laufend, prüfe vor Vertragsabschluss den aktuellen Tarif beim Anbieter.
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