So schätzen wir die Zuverlässigkeit ein
Jede Zahl auf der Seite Ladezuverlässigkeit kommt aus den Statusmeldungen, die Betreiber für ihre Ladepunkte veröffentlichen. Hier steht, was wir damit tun.
Stand 27.10.2026
Welche Daten
Betreiber veröffentlichen in der Mobilithek, dem nationalen Zugangspunkt für Mobilitätsdaten, laufend den Zustand ihrer Ladepunkte: frei, belegt oder außer Betrieb. Wir zeichnen diese Meldungen auf und schätzen jede Nacht jeden Ladepunkt einzeln ein, über die letzten 28 Tage bis zur Auswertung. Eine Note oder Punktzahl vergeben wir nicht: Dafür sind die Daten nicht genau genug.
Die vier Einschätzungen
Es gilt die erste, die zutrifft, in dieser Reihenfolge:
- Zu wenig Daten: weniger als 7 Tage beobachtet, oder der Ladepunkt kommt aus einer Quelle, deren Meldungen sich nicht verlässlich lesen lassen (unten). Ein Ladepunkt ganz ohne beobachtete Zeit zählt auf der Seite Ladezuverlässigkeit gar nicht mit (unten).
- Häufig gestört: mehr als 10 % der beobachteten Zeit außer Betrieb gemeldet.
- Kürzlich gestört: in den letzten 7 Tagen zusammen mindestens 2 Stunden außer Betrieb gemeldet.
- Zuverlässig: weder häufig noch kürzlich gestört.
„Zuverlässig“ heißt also nicht, dass nie eine Störung gemeldet wurde: Ein Ladepunkt kann bis zu 10 % der beobachteten Zeit außer Betrieb gemeldet sein, solange es in den letzten 7 Tagen weniger als 2 Stunden waren. Kurze Meldungen und geschlossene Zeit (unten) zählen ohnehin nicht. Und eine Säule, die sich als frei meldet und trotzdem keinen Ladevorgang startet, sieht in den Statusdaten gesund aus. Das sieht nur, wer dort zu laden versucht.
Was eine Störung ist
Eine Störung ist eine Zeit, in der der Ladepunkt „außer Betrieb“ meldet oder sein Standort oder die Ladestation, zu der er gehört, als nicht nutzbar gemeldet ist, mit mindestens zehn Minuten davon innerhalb der Öffnungszeiten. Nur dieser Teil zählt. Kürzere Meldungen sind Rauschen rund um Ladevorgänge und Neustarts und zählen nicht.
Geschlossen ist nicht gestört. Geschlossene Zeit zählt weder als Störung noch als beobachtete Zeit:
- eine angekündigte Schließung, wenn der Standort oder die Ladestation „geschlossen“ meldet,
- die Zeit außerhalb der wöchentlichen Öffnungszeiten, die der Betreiber für den Ladepunkt in seinen Stammdaten angibt. Supermärkte melden ihre Ladepunkte nach Ladenschluss oft „außer Betrieb“, auch sonntags. Angaben, deren Gültigkeit abgelaufen ist, zählen nicht.
Gibt der Betreiber keine wöchentlichen Öffnungszeiten an, gilt eine Regel: Meldet ein Ladepunkt mindestens viermal eine Störung, die zur selben halben Stunde beginnt und gleich lange dauert (beides auf die halbe Stunde gerundet), sind das Öffnungszeiten, die niemand angegeben hat. Diese Meldungen zählen nicht als Störung.
Was als unbeobachtet zählt
Zeit, die wir nicht gesehen haben, zählt nie als störungsfreie Zeit. Unbeobachtet sind:
- Lücken in unserer Aufzeichnung. Was während einer Lücke geschah, wissen wir nicht. Unbeobachtet ist deshalb die ganze Zeit seit der letzten Änderung des Ladepunkts vor der Lücke: Ob er bis zur Lücke so blieb, wie zuletzt gemeldet, ist offen. Nach der Lücke gilt:
- Meldet die Quelle danach den Zustand aller ihrer Ladepunkte neu, ist die Zeit ab dieser Meldung wieder beobachtet. Eine Störung, die sie dabei meldet, zählt erst, wenn sie länger als 2 Tage anhält: Wann sie begann, ist unbekannt, und eine Schließung, die niemand angegeben hat, etwa das Wochenende eines Markts, ist kürzer.
- Kommt diese Meldung weniger als zehn Minuten nach der letzten Meldung vor der Lücke, zählt die Lücke gar nicht. In so kurzer Zeit kann sich keine Störung verbergen, die gezählt würde, denn eine Störung zählt erst ab zehn Minuten.
- Ohne eine solche Meldung bleibt der Ladepunkt unbeobachtet, bis er sich das nächste Mal ändert.
- Meldungen mit unbekanntem Zustand.
- Stille: Meldet eine Quelle länger als drei Stunden für keinen ihrer Ladepunkte eine Änderung, ist die ganze Stille für alle ihre Ladepunkte unbeobachtet, von einer Minute nach ihrer letzten Änderung bis zur nächsten. Frei und belegt davor und danach zählen weiter. Eine Störung, die an eine solche Stille grenzt, ist ebenfalls unbeobachtet, denn wo sie begann oder endete, liegt in der Stille.
Der Rest der offenen Zeit ist die beobachtete Zeit, an der sich „Häufig gestört“ bemisst. Veröffentlichen mehrere Quellen denselben Ladepunkt, zählt die, die ihn am längsten beobachtet hat; eine der Quellen im nächsten Abschnitt nur, wenn keine andere ihn veröffentlicht.
Quellen, die als „Zu wenig Daten“ zählen
Bei einigen Quellen bedeutet der Status nicht, was er sagt. Ein Ladepunkt, den nur eine von ihnen veröffentlicht, ist „Zu wenig Daten“, es sei denn, eigene Starts reichen für eine Einschätzung (unten). Veröffentlicht ihn auch eine andere Quelle, zählt diese. Hat keine Quelle ihn überhaupt beobachtet, zählt er nicht mit (nächster Abschnitt).
- LichtBlick: Der Status zeigt dort die Belegung, nicht die Nutzbarkeit, und Ladepunkte melden stundenlang „außer Betrieb“.
- ELU Mobility, Road und Volkswagen Group Charging: Ihren Meldungen können Änderungen fehlen, ohne dass eine Lücke angezeigt wird. Eine Störung könnte dort enden, ohne dass wir es sehen.
Ladepunkte ohne jede Statusmeldung
Ein Ladepunkt, für den es in den letzten 28 Tagen keine beobachtete Zeit gibt (siehe „Was als unbeobachtet zählt“), zählt auf der Seite Ladezuverlässigkeit nicht mit, weder in den Anteilen noch bei den Betreibern. Meist meldet seine Quelle für ihn nichts oder nur „unbekannt“, oder sie sendet gar nicht mehr. Er sagt nichts über Zuverlässigkeit, und als „Zu wenig Daten“ gezählt ließe er eine Stadt mit vielen solchen Ladepunkten unzuverlässig aussehen. Wie viele es sind, steht dort unter dem Stand und bei den Ladearten. Fehlt die beobachtete Zeit bei mehr als 25 % aller Ladepunkte in Deutschland, veröffentlichen wir die Auswertung des Tages nicht, und die Seite zeigt weiter die vorige: Dann ist eher die Datenlieferung ausgefallen, als dass so viele Betreiber nichts melden.
Starts über voltflat
Wo über voltflat geladen wird, zählen auch unsere eigenen Starts, denn sie sehen, was der Status nicht zeigt. Ab 10 Starts in den letzten 28 Tagen entscheiden sie allein: mehr als 30 % fehlgeschlagen heißt „Häufig gestört“, ein fehlgeschlagener in den letzten 7 Tagen „Kürzlich gestört“. Mit weniger Starts macht ein fehlgeschlagener in den letzten 7 Tagen einen sonst zuverlässigen Ladepunkt zu „Kürzlich gestört“.
Ein Standort
Auf der Karte der voltflat-App hat auch ein ganzer Standort eine Einschätzung: „Zu wenig Daten“, wenn mehr als die Hälfte seiner Ladepunkte zu wenig Daten haben; „Häufig gestört“, wenn mehr als die Hälfte häufig gestört sind; „Kürzlich gestört“, wenn einer kürzlich oder häufig gestört ist; sonst „Zuverlässig“. Die Seite Ladezuverlässigkeit zählt Ladepunkte, nicht Standorte.
Ab wann wir einen Anteil zeigen
- Die Anteile beziehen sich auf alle Ladepunkte, „Zu wenig Daten“ eingeschlossen, nicht aber die ohne jede Statusmeldung (oben), und sind auf eine Nachkommastelle gerundet. Zusammen ergeben sie 100 %, bis auf Rundung.
- Anteile einer Ladeart zeigen wir, sobald 30 ihrer Ladepunkte genug Daten haben. Eine Stadt, die insgesamt nicht so viele erreicht, fehlt in der Auswahl. Die Städte werden wie im Preismonitor nach Postleitzahl und Ort der Adresse abgegrenzt.
- HPC sind Schnelllader ab 150 kW; sie sind auch in DC enthalten. Ein Ladepunkt ohne bekannte Stromart zählt nur in den Zahlen über alle Ladearten.
- Ein Betreiber steht in der Tabelle, wenn er im Gebiet mindestens 20 Ladepunkte hat, die ohne beobachtete Zeit nicht gerechnet. Anteile zeigen wir für ihn, sobald 20 davon genug Daten haben. Er steht dort unter dem Namen, den er in seinen Daten angibt; wer statt eines Namens nur einen Betreibercode angibt, steht dort nicht.
- voltflat arbeitet mit Betreibern zusammen. Für sie gelten dieselben Regeln, und sie stehen in derselben Tabelle wie alle anderen.
Monatsberichte
Nach dem Ende eines Kalendermonats werten wir ihn einmal für sich aus, über seine eigenen Tage statt über die letzten 28, und verändern seine Zahlen danach nicht mehr.
Quellen
Datenquelle: Statusdaten der Mobilithek. Daten unter der Lizenz CC BY 4.0 stammen von EnBW, GLS Mobility und Eco-Movement. Auswertung: voltflat.